Traditionell leitet in Belarus die Industrie das Wirtschaftswachstum. Das ist das wichtigste Wirtschaftssektor in Belarus, dessen Anteil am BIP fast ein Drittel beträgt. Die vielfältige Industrieproduktion bestimmt das Profil des Außenhandels des Landes (ca. 90% vom gesamten Exportvolumen) und erwirtschaftet den größeren Teil der Deviseneinkünfte.

Die Industrie von Belarus umfasst über 100 Zweige. Im Land funktionieren über 20.000 Industrieunternehmen und Produktionen. Zu den Leitbranchen der belarussischen Wirtschaft gehören der Maschinenbau und die Metallindustrie. Den größten Anteil am Maschinenbaukomplex hat die Automobilbauindustrie, die ein Viertel der Gesamtproduktion des Maschinenbaus herstellt. Die Schlüsselunternehmen sind das Minsker Automobilwerk (MAZ, Minsk) und das Belarussische Automobilwerk (BelAZ, Shodino). MAZ ist einer der größten Hersteller von Schwerlastwagen, Lastzügen, Spezial- und anderer Technik (über 250 Modelle) europaweit.

Im laufenden Jahr hat das schweizerische Unternehmen SGS die Rezertifikation vom System des Qualitätsmanagements bei Projektieren, Produktion, Verkauf und Wartung von Wagen, Anhängern und Sattelanhängern bezüglich der Entsprechung den Anforderungen von STB ISO 9001-2001 QM-Anforderungen durchgeführt. Die Wirtschaftsprüfung bestätigte die Entsprechung des QM im Unternehmen den hohen internationalen Standards. Gegenwärtig bereitet das Minsker Automobilwerk die Industrieproduktion von Autos mit Euro3-Motoren aus Jaroslawl, Minsk und aus Europa (Deutz und Mercedes). Ab 1. Januar 2008 orientiert das Unternehmen seine Produktion ausschließlich auf die Herstellung von diesen Wagen um.

Zu den sieben führenden Weltkonzerne zur Herstellung von Tagebautechnik gehört das belarussische Produktionsunternehmen BelAZ. BelAZ nimmt über 30% des Weltmarktes der Steintransporter ein. Das Werk spezialisiert sich in der Herstellung von Schwerlastkraftwagen, sowie von schwerer Fördertechnik, die in der Bergbau- und der Baubranchen eingesetzt wird.

Der Traktoren- und Landmaschinenbau versorgt die Landwirtschaft von Belarus in vollem Maße mit notwendigen Maschinen und Anlagen. Die Branche zählt über 40 Unternehmen, die sich in der Entwicklung und Produktion von Traktoren und Landmaschinen spezialisieren, die größten davon sind die Minsker Traktoren- und Motorenwerk, das Produktionsunternehmen Gomseljmasch und die OAG Bobrujskagromasch.

Das Minsker Traktorenwerk (MTZ) gehört zu den acht weltgrößten Traktorenherstellern, die 96% des Gesamtvolumens des Weltabsatzmarktes für solche Produkte decken. Das MTZ exportiert seine Produktion in mehr als 60 Staaten weltweit. Das MTZ baut 24 Modelle der Pflegetraktoren, 6 - Kleintraktoren, 8 - Motoroboten, 15 Modelle der Sondermaschinen zu gewerblichen Zwecken: kommunale, Vorlade-, Holzbeschaffungs- und Schachttechnik, sowie Pflüge. Getreidemähdrescher und Vollerntemaschinen werden im Produktionsunternehmen Gomselmasch hergestellt in einem der größten Hersteller der Landwirtschaftstechnik in der GUS.

Vertreten in Belarus sind auch die Bauindustrie, der Straßenbau und Kommunalmaschinenbau (zu den größten Unternehmen in Belarus zählen die OAG Amkodor, das staatliche Einheitsunternehmen Mogilewliftmasch, das Einheitsunternehmen Belkommunmasch). Hergestellt werden Anlagen für Handelseinrichtungen und Speisegaststätten, Haushaltsgeräte.

Die belarussischen Maschinenbauunternehmen produzieren eine breite Palette von technisch komplizierten Konsumgütern. Darunter sind Fernsehgeräte, Kühlschränke, Radioempfänger, Waschmaschinen, Staubsauger, Nähmaschinen, Motorräder und Fahrräder u.a. Weit über belarussische Grenzen hinaus sind Fernseher der Marke Horizont und Vityas sowie Kühlschränke Atlant bekannt.

Die belarussischen Werkzeugmaschinenbau- und Metallbearbeitungsunternehmen liefern Ausstattung für Maschinenbauproduktionen. Die führenden Unternehmen Belarus im Bereich Werkzeugmaschinenbau sind das Werkzeugmaschinenwerk Krasnij Borez in Orscha, das Witebsker Werkzeugmaschinenwerk Wistan, die Gomeler und Baranowitscher Fabriken der Bauteile für Werkzeugmaschinen, die Minsker Werkzeugmaschinenfabrik, das Pinsker Produktionsunternehmen Kuzlitmasch, das Minsker Werk zur Herstellung von Fließstrassen.

Das Industriepotenzial der wissenschaftsintensiven Maschinenbauzweigen ist in Belarus durch die Gerätebau-, elektrotechnische, radiotechnische, elektronische, optisch-mechanische Industrie vertreten. Zu den größten Unternehmen gehören das NPO Integral, die OAG Minsker Produktionsvereinigung der Rechentechnik, das Minsker Elektrotechnische Werk und das deutsch-belarussische JV BelOMO.

Die Eisen- und Stahlindustrie von Belarus spezialisiert sich in der Stahlproduktion, Herstellung von Stahl- und Gusseisenrohren, Stahlkord, Eisenwaren u.a. Die Produktion von diesen Waren ist im wesentlichen auf dem belarussische Eisenhüttenwerk (BWZ) in der Stadt Shlobin geballt. Hier sind 80% der Gesamtproduktion der Branche konzentriert. Das jährliche Umsatzvolumen übertrifft 1 Milliarde USD. Noch eine der größten Branchen im Industriekomplex von Belarus ist die chemische und petrochemische Industrie.

Belarus ist einer der wenigen Staaten der Welt, wo alle drei wichtigsten Düngemittel produziert werden Stickstoff-, Kali- und Phosphordünger.

Belarus ist einer der größten Kalihersteller und Exporteure weltweit. Der Anteil des Produktionsunternehmens Belaruskalij an den Weltproduktionskapazitäten beläuft sich auf 14%, und der an den Weltexporten von Kali auf etwa 16%.

Einer der größten Hersteller von künstlichen und synthetischen Filamenten in Europa ist die staatliche Produktionsvereinigung Chimwolokno in Swetlogorsk. Glasfasergewebe und Glasfasergarne werden in der OAG Polozk-Steklowolokno hergestellt, die fast 90% ihrer Produktion in die GUS-Staaten und ins Ausland exportiert. Die OAG Belschina (Bobrujsk) stellt über 200 Reifengrößen für Pkws, Lkws, Schwerlastwagen, Straßenbautechnik und Förderanlagen, Elektrotransport, Busse, Traktoren und Landwirtschaftsmaschinen her. Etwa 60% der hergestellten Produktion wird in mehr als 40 Staaten weltweit exportiert. Das Unternehmen hat als erstes im GUS-Raum die Serienfertigung von Lkw- Ganzstahlkordreifen aufgegriffen.

Brennstoff- und Energiebranche des Landes befasst sich mit der Gewinnung, Beförderung, Lagerung, Produktion und Verteilung aller Energiearten: Gas, Erdöl und seine Produkte, feste Brennstoffe, Strom und Wärmeenergie.

Belarus verfügt über eigene nicht große Erdölvorräte. Die erkundeten Erdöllagerstätten befinden sich im Raum der 30 Tsd. km2 großen Pripjat-Senke. Der Umfang der am Anfang zu f�rdernden Ressourcen wird auf 355,6 Millionen t eingeschätzt, etwas weniger als die Hälfte werden zu gewerblichen Zwecken genutzt. Nach dem Stand vom 1. Januar 2007 wurden 44 Erdölvorräte in Belarus entwickelt.

Dank den modernen Verfahren des Erdölbergbaus, und zwar der Flachbohrung und Bohrung von geraden Seitenschachten, schaffen die belarussischen Erdölspezialisten in der letzten Zeit, trotz eines hohen Ausbaugrades der sicheren Vorräte, stabil Erdöl im Umfang von 1,8 Millionen t pro Jahr zu fördern. Dabei sind die Erfahrungen von belarussischen Fachleuten im Ausland gefragt.

Die Forstwirtschaft der Republik Belarus ist durch Holzbeschaffungs-, Holzbearbeitungs-, Zellstoff- und Papierindustrie und die der chemischen Holzverarbeitung vertreten. Die größten und am besten technisch ausgerüsteten Unternehmen der Branche gehören dem Produktions- und Handelskonzern Bellesbumprom. Es umfasst etwa 60 führende Unternehmen der Forst-, Holzbearbeitungs-, Zellstoff- und Papierindustrie, die fast 45% von der gesamten Produktion der Forstwirtschaft herstellen. In dieser Branche arbeiten viele private Unternehmen, darunter auch Joint-Ventures.

Die Baubranche schließt unmittelbar den Bau ein, sowie eine Gesamtheit von bauorientierten Zweigen.

Den Kern des Gewerbes bilden Unternehmen zur Produktion von Baustoffen sowie die der Glas-, Porzellan- und Steingutindustrie, der Forst- und Holzbearbeitungsindustrie, Maschinenbau- und metallbearbeitende Betriebe.

Die belarussischen Unternehmen des Baustoffgewerbes produzieren Zement, Wand-, Dach-, Wärmeisolationsmaterialien, Steine und Erden, Tonwaren, sanitärtechnische Erzeugnisse, poliertes Glas u. a.

In Belarus werden Materialien und Erzeugnisse für die Errichtung von Gebäuden hergestellt, die nach seiner Lebensdauer und ästhetischen Eigenschaften den europäischen nicht nachstehen.

Das Unternehmen Gomelsteklo produziert weltmarktfähiges poliertes Glas.

Die OAG Keramin erweitert ständig ihr Warenverzeichnis und vergrößert Produktionsvolumen von hochfesten Fliesen, deren technisches Niveau und Qualität mit den europ�ischen Standards Schritt halten. Das Warenzeichen Keramin hat führende Positionen unter den GUS-Staaten sowohl nach Produktionsqualität als auch nach Produktionsvolumen.

Unter den bedeutendsten Unternehmen der Branche sind das Belarussische Zementwerk, die OAG Gomelshelezobeton, das Gomeler Kombinat für Baukonstruktionen, das Grodnoer Glaswerk, das Glaswerk Neman, das Werk der Metallkonstruktionen in Molodetschno, das Lubaner Kombinat für Baustoffe, das Minsker Kombinat für Silikaterzeugnisse.

Heute wird das Hauptgewicht auf Zementproduktion gelegt. Es besteht die Notwendigkeit, die Produktion zu expandieren, alte Ausstattung in den Betrieben zu modernisieren. Die neuen Unternehmen sollen anhand belarussischen Rohstoffen arbeiten.

Die Leichtindustrie umfasst über 10 große Zweige und Dutzende Produktionen, es funktionieren hier über 400 Unternehmen. Größere Wirtschaftssubjekte gehören dem Belarussischen staatlichen Konzern für Produktion und Absatz von Waren der Leichtindustrie Bellegprom.

Der ausstoßgrößte Zweig in der Leichtindustrie ist die Textilindustrie, die Produktionen von allen Gewebearten Wirkstoffen, Filzgewebe und andere Erzeugnisse auf der Grundlage von Faserrohstoffen umfasst.

Den zweiten Rang in der Branchenhierarchie hat die Bekleidungsindustrie, die über 250 Unternehmen und Produktionen umfasst.

Im Land sind günstige Bedingungen zur Entwicklung der Flachsindustrie geschaffen. Vorschritte machen auch Unternehmen der Woll-, Seiden-, Trikotage- und Schuhindustrie.

Ein wichtiger Zweig der belarussischen Wirtschaft und Bestandteil des agroindustriellen Komplexes des Landes ist die Landwirtschaft.

In der landwirtschaftlichen Produktion sind Warenhersteller verschiedener Eigentumsformen beteiligt: landwirtschaftliche Unternehmen, Bauernhöfe, individuelle Hauswirtschaften und andere Formen des Wirtschaftens.

Der Agrarsektor umfasst die Viehzucht und den Pflanzenbau. Der Anteil der Rindzucht am Wert der Bruttoproduktion der Viehzucht macht fast die Hälfte aus. Nach dem Stand vom 1. Januar 2007 zählten die Wirtschaften 3,989 Millionen Stück Rindvieh, 1,506 Millionen davon sind Kühe. In den landwirtschaftlichen Organisationen konzentriert sich der Grundbestand an Rindvieh 91%, darunter 79% Kühe.

Eine der bedeutendsten Branchen der Verarbeitungsindustrie ist die Nahrungsindustrie, die 20 Zweige umfasst. Hier arbeiten 2.732 Unternehmen, die Nahrungsmittel, Alkohol und alkoholfreie Getränke, Tabakwaren und Parfüm- und Kosmetikerzeugnisse produzieren.

Die Unternehmen des Ministeriums für Landwirtschaft und Nahrungsmittel der Republik Belarus erwirtschaften über 70% der gesamten Produktion, die Unternehmen des Konzerns Belgospischeprom etwa 20%, ausländische, JVs und die des Belarussischen Genossenschaftsverbandes etwa 10%.

An der Spitze der Nahrungsindustrie sind die Fleisch- und Milchbranchen. Einen großen Anteil haben auch die Brot-, Zucker-, Süßwaren-, Wein- und Fischindustrie. Der Staat ist in der Lage, die Bevölkerung mit Fleisch und Fleischwaren, Milch und Milchprodukten anhand seiner eigenen Produktion zu versorgen. Aber was Pflanzenöl, Fisch und Fischwaren, Obst und Gemüse betrifft, so ist das Land auf Importe angewiesen.

Die vorteilhafte geographische Lage von Belarus bestimmt ein hohes Transitpotenzial des Verkehrs im Lande. Belarus ist ein Verbindungsglied zwischen Westen und Osten. Die geradesten Verbindungen zwischen Westeuropa und den GUSStaaten sowie Süd- und Mitteleuropa und nordwestlichen Regionen Russlands, Skandinaviens laufen durch Belarus. Darunter sind folgende internationale Verkehrskorridore: Nr.2 Berlin Warschau Minsk Moskau; Nr.9 Grenze Russland- Finnland Wyborg Sankt-Petersburg Witebsk Gomel und weiter durch die Ukraine, Moldau, Bulgarien nach Griechenland; der Abzweig vom Korridor Nr.9 Gomel Minsk Wilna Klaipeda Kaliningrad.
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